Tauchunfälle

Etwa einer von 40.000 Tauchgängen verläuft tödlich und etwa einer von 7000 Tauchern stirbt an einem Tauchunfall. Dieses Risiko ist zwar selten, aber deutlich häufiger als bei anderen unfallträchtigen Sportarten wie Ski- oder Radfahren, besonders in Bezug auf die Zahl der diesen Sport Ausübenden (Klingmann u.a.: Moderne Tauchmedizin, S. 398). Dabei sind nicht alle Tauchunfälle allein durch das Tauchen verursacht; aber die zusätzliche Belastung beim Tauchen kann z.B. bei vorbestehender Herzkranzgefäßverengung einen Herzinfarkt auslösen und dann auch zum Ertrinken führen.

Wenn vor oder nach dem Tauchen Beschwerden bestehen, bei denen Sie nicht sicher wissen, dass sie harmlos sind, sollten Sie gleich eine Tauchunfall-Hotline oder einen anderen qualifizierten Arzt fragen.

Es gibt folgende spezielle Krankheiten durch Tauchen:
1. Barotraumen sind Schäden, die durch den Druckunterschied zwischen der Umgebung und den lufthaltigen Körperhöhlen (Mittelohr, Nasennebenhöhlen, Lunge, Magen, Darm) entstehen. Beim Abtauchen ohne ausreichenden Druckausgleich im Mittelohr kommt es zu Schmerzen und schließlich zum Riss des Trommelfells. Tödlich kann der Lungenriss durch Auftauchen ohne ausreichenden Druckausgleich enden.

2. Die Dekompressionskrankheit entsteht durch zu schnelles Auftauchen nach längerem Tauchen. Der unter Überdruck im Blut und in anderen Körperflüssigkeiten gelöste Stickstoff bildet Gasbläschen, die die Blutgefässe verstopfen. Die Beschwerden reichen vom Juckreiz bis zum Schlaganfall und Herzinfarkt.

3. Außerdem können der Stickstoff und der Sauerstoff ab einer bestimmten Tiefe zum Tiefenrausch bzw. zu Krämpfen und anderen Symptomen führen.

4. Das Einatmen von Wasser beim Tauchen führt zum Stimmritzenkrampf und schlimmstenfalls zum Ertrinken

5.  Das Wasser kann zur Unterkühlung mit Muskelzittern, in schweren Fällen auch Herzstillstand führen

6. Petermännchen, Steinfische, Nesselquallen – überall gibt es giftige oder beissende Meeresbewohner, die bei Berührung schmerzhafte bis tödliche Verletzungen verursachen können.

Jeder Taucher sollte die Leitlinie "Tauchunfall" kennen, die Herz-Lungen-Wiederbelebung regelmässig üben, sich vor einem Tauchgang über die örtlichen Risiken und über die Rettungskette informieren sowie die Notfallausrüstung und die Telefonnummern für Tauchunfälle parat haben.